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Mein (All)tag ohne Plastik.

Wieviel Plastik verträgt die Erde noch? Was können wir machen? Ist ein plastikfreier Alltag möglich? Ein Selbstversuch.

Von den riesigen Plastikinseln in unseren Ozeanen hatte ich schon gehört und war schockiert. Dass es aber bedrohlicher ist als ich dachte, hat mich die Dokumentation von Arte Mikroplastik im Meer gelehrt. Denn die auf der Meeresoberfläche schwimmenden Plastikteile betragen nur 1% von den restlichen 99% des unsichtbaren Plastikmülls. Das sogenannte Mikroplastik verbreitet sich in allen Ozeanen der Welt. Weil es so klein ist, gelangt es immer leichter in die Mägen und in das Gewebe von Meerestieren. Und so auch in unsere Nahrungskette. Mikroplastik wird auch absichtlich für Kosmetikprodukte hergestellt. Für Zahnpasta, Cremes, Peelings, Waschgele – die Palette ist groß. Mit den minikleinen Kügelchen soll die Reinigungskraft verbessert werden. Das Problem von Plastik ist, dass es bis jetzt keine natürlichen Produkte gibt, die Plastik abbauen können. Die giftigen Inhaltsstoffe haben bedrohliche Wirkungen auf alle Lebewesen.

Die Eindrücke des Films ließen mich nicht los. Sie zeigten mir verstärkt die Unmengen an Plastik, die mich umgeben. Ich entschloss zu handeln und Plastik nach und nach aus meinem Alltag zu verbannen. Jedenfalls so gut es geht ohne Plastik zu leben. Hier ist mein Versuch.

Im Bad

Als erstes tausche ich die vielen Tuben an Duschgel, Haarshampoo und Crèmes aus. Die Reste verbrauche oder verschenke ich. Meine gefundenen Alternativen: Als Haarshampoo benutze ich ab sofort eine Haarseife. Eine weitere Seife benutze ich als Duschgel, Gesichtsreiniger und Rasierschaum. Beide Seifen werden traditionell in Aleppo hergestellt. Ein Konjakschwamm kann zur Reinigung des Gesichts genutzt werden. Auch ganz ohne zusätzliche Pflegeprodukte. Die aus dem Shea-Nuss-Baum gewonnene Sheabutter ist vielseitig einsetzbar. Sie spendet Feuchtigkeit für Haut und Haar, ist super zur Massage und wirkt sogar als leichter Sonnenschutz. Die Verpackung dieser Sheabutter ist noch austauschfähig, die nächste wird in einem Glas gekauft.

Auch das Deo ist aufgebraucht. Mit wenig Aufwand stelle ich mir mein neues Deo selber her. Dafür mische ich Kokosfett, Sheabutter, Stärke, Natron und ätherisches Öl. Die Herstellung dauert nicht lang und ich weiß genau was drin ist. Ich benutze es jetzt seit einiger Zeit. Es funktioniert super. Nach diesem Rezept habe ich mein neues Deo gemischt. Du kannst es ganz einfach nachmachen.

Zum Abschminken benutze ich waschbare Abschminkpads und ein Kokosfett. Wer den Kokosgeruch nicht mag, es gibt auch eine geruchsfreie Variante. Die waschbaren Abschminkpads findest Du ab sofort in meinem Shop. Für die Herstellung habe ich Stoffreste aus 100% Baumwolle verwendet. Dieses Upcycling Produkt verkleinert so auf zweilerlei Weise den Müllberg: Wattepads werden nicht in den Abfall geworfen und die verwendeten Stoffreste werden vor der Entsorgung gerettet.

Gerade teste ich eine Bambus Zahnbürste von Bambusliebe. Bambus ist von Natur aus antibakteriell und biologisch abbaubar. Das tolle ist, Bambus kann bis zu 60 cm am Tag wachsen. Also ein perfektes nachhaltiges Material. Als nächstes werde ich eine selbstgemachte Zahnpasta ausprobieren.

Unterwegs
Seit langem benutze ich eine Trinkflasche aus Edelstahl und trinke ausschließlich Leitungswasser. Wer auf Sprudel nicht verzichten mag, dem kann ich einen Wassersprudler empfehlen. Für den Wassersprudler wurde zwar auch Plastik verwendet, dafür sind die Karaffen aus Glas und es ist immer noch besser als Plastikflaschen literweise zu kaufen. Meine aktuelle Lunchbox für unterwegs wird, sobald nicht mehr brauchbar, gegen eine plastikfreie Varianten ausgetauscht. Es gibt inzwischen viele neue Materialien. Zum Beispiel ein Bambus-Mais-Harz-Gemisch, welches 100% biologisch abbaubar ist. Auch Kaffee-to-Go Becher gibt es nachhaltig.

Zu Hause
Die Müllbeutel ersetze ich durch nichts – ich lasse sie einfach weg. Die Eimer kann ich auch ohne zusätzliche Plastikfolien in der Mülltonne entleeren. Auf den Boden einfach etwas Zeitungspapier und nach der Entleerung einmal kurz Ausspülen. Die größte Herausforderung für mich wird das Einkaufen von Lebensmitteln sein. Viele Produkte sind mehrfach in Plastikfolie eingeschweißt, was ich schon immer nicht verstanden habe. Da werde ich, wenn es geht zu der plastikfreisten Variante greifen.

Welche Ideen hast Du?
Ich merke, es ist nicht einfach in allen Bereichen eine Alternative für Plastik zu finden. Es erfordert ein wenig Umdenken. Ganz sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten, an die ich nicht gedacht habe. Was ich aber sicher weiß: Ich mache an der Stelle weiter und suche. Letztendlich ist es ein Mehrwert für unsere Umwelt und für uns. Wenn Du Tipps und Ideen für ein Leben ohne Plastik hast, freue ich mich, wenn Du sie mit uns in den Kommentaren teilst.

Die Welt gehört nicht uns, sondern wir gehören der Welt. Wir sind nur ihre Gäste.

Links zum Thema
Mit der Online-Kampagne Plastik-Flut stoppen! von Campact kannst Du mit Deiner Unterschrift den Appell an die EU-Komission unterschreiben, neue nachhaltigere Ansätze im Umgang mit Plastik zu finden.

Von WeAct gibt es die Petition: dm: Mikroplastik raus aus dem Sortiment!

Weitere Informationen zum Plastikmüll in den Ozeanen vom WWF.

Auf der Seite des Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt es eine Übersicht, die den Weg des Plastikmülls verständlich illustriert.

Mit der App von codecheck kannst Du während Deines Einkaufs Produkte auf bedenkliche Inhalte prüfen.

Der Kosmetik-Einkaufsratgeber von BUND klärt auf, in welchen Kosmetikprodukten bedenkliche Kunststoffe enthalten sind.

Das Umwelt Bundesamt informiert über die Trinkwasserqualität.

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